Lonesome Gegenfeuer

Lonesome Gegenfeuer cares about you.

Archiv für die Kategorie ‘Lonesomes Abenteuer’

… Lonesomes Abenteuer wie er sie seinem Sekretär diktiert hat. Ein Stoff für Kinofilme und Heldenepen.

Verfasst von L am Februar 27, 2008

Da leider mein dritter Sekretär in Serie getötet wurde, werde ich in nächster Zeit nicht mehr bloggen lassen. Hier ein link zum blog meiner kleinen Freundin L. (leonsdream.wordpress.com), falls ihr was nettes lesen wollt in meiner online-Abwesenheit. Ständig die Welt zu retten nimmt zu viel Zeit in Anspruch, als dass ich persönlich bloggen könnte. 

Hier die traurige Sekretärs-Bilanz

Mein erster Sekretär, Gaius, wurde von den dressierten Krokodilen der Dr. Yes gefressen.  Mein zweiter Sekretär, Titus, der maschinenschreiben konnte wie ein junger Gott, wurde vom Mossad angeworben und ist Gerüchten zufolge auf seiner 4. Mission gestorben. Mein letzter Sekretär, Winnie, starb als er eine mir zugedachte Kugel abfing (er konvertierte übrigens sterbend zum Christentum).

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Verfasst von L am Juni 13, 2007

Gerüchte sprachen von meinem Tod, doch da ich so beschäftigt damit war, selbigem zu entrinnen (ich sage nur: Killermaulwürfe, slowenische Mafia und eifersüchtige Ehemänner), fehlte es mir an der Zeit, ihn zu dementieren. Die freudige Nachricht: Ich lebe. In der Zwischenzeit habe ich sieben Mal die Welt gerettet, vier Mal nackt Modell gestanden und mich als Fürst von Utschakistan verdingt.
So long, my friends.

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Lonesome Gegenfeuers erster Fall

Verfasst von L am Mai 31, 2006

Erlauben Sie, dass ich mich zuerst vorstelle. Lonesome Gegenfeuer mein Name.
Lonesome Gegenfeuer: Der Mann, der die unmöglichen Missionen möglich macht.
Dutzende Male dem sicheren Tode entronnen, hunderte Male als Held gefeiert, tausend Male von hübschen Mädchen geküsst. Der Mann, dem kein Gegner und kein Drink zu stark sind.
Lonesome Gegenfeuer: Abenteurer, Privatdetektiv, Entdecker, Ringkämpfer, Callboy, Reitlehrer, Universitätsprofessor. Alles habe ich schon einmal gemacht.
Jetzt bin ich Diplomat. Und ich fürchte, diesmal habe ich mich verkalkuliert.
Mein Auftrag ist es, Dergon O Shanan ein Ultimatum zu stellen. Er soll seine Armeen und seine Chemiefabrik aus unserem Staat entfernen, sonst wird es ihm schlecht ergehen.

Na klar. Dem mächtigsten Mann der Welt ein Ultimatum stellen. Einem Mann mit einer Armee damit drohen, dass es ihm schlecht ergehen wird. Und dass, wenn man selbst keine Armee hat, sondern ganz allein ist.
Und an wem bleibt ein solcher Auftrag hängen: an Lonesome Gegenfeuer, dem Mann, der die unmöglichen Aufgaben möglich macht.
Manchmal glaube ich, mein Ruf ruiniert mein Leben.

Dergon O Shanan hat schon viele Botschafter mit überzogenen Forderungen zurück nach Hause geschickt. Ohne Ohren. Er hat mir seinen Salon gezeigt, riesengroß und karminrot getäfelt, sieben Springbrunnen plätscherten darin, und an der langen Seitenwand hingen in etwa siebenhundert getrocknete Ohren. Siebenhundert Ohren von 350 Botschaftern, die überzogene Forderungen gestellt haben.
Ich habe keine Lust, Körperteile von mir als Wanddeko zu opfern. Deshalb mag ich den Gedanken gar nicht, Dergon O Shanan mitzuteilen, dass er seine Korporation aus unserem Land entfernen soll. Verflucht. Ich bin Lonesome Gegenfeuer. Ich bin zweiundzwanzig Jahre alt und ich will nicht sterben und ich will nicht die Ohren abgehackt bekommen.

„Mr. Gegenfeuer?“ fragt eine sanfte Stimme, „Ich bin Trithia, Mr. O Shanans Assistentin. Wenn Sie mir bitte folgen mächten?“
Ich sehe Trithia an, volle Lippen, dunkle Augen, oranges Kleid, ein etwas zu keuscher Ausschnitt, langes, braunes Haar, wie Ahornsirup.
„Mr. Gegenfeuer: Wenn Sie den Besuch bei Mr. O Shanan überleben möchten, sehen Sie mich nicht so an“, sagte Trithia mit einer Stimme wie Eis.
Das war gerade eine Morddrohung, aber wenn eine Frau so umwerfend ausshieht, darf sie das alles. Ich senke den Blick und folge Trithia in Dergon O Shanans Salon.

Ich bleibe in Dergon O Shanans Salon stehen und versuche, nicht auf die 700 getrockneten Ohren an der Wand zu sehen. Es ist gar nicht so einfach. Ich bemerke nicht einmal, dass Trithia den Salon verlässt, ich sehe nur die 700 Ohren, und denke, bald werden es 702 sein. Pfui, wie widerlich.

„Ah, der Botschafter. Zündholz, nicht wahr?“ fragt Dergon O Shanan mit seiner amüsierten, vollen Stimme.
Er weiß, dass ich Gegenfeuer heiße. Bald weiß er auch, dass ich keine diplomatische Ausbildung genossen habe:
„Gegenfeuer, Blödkopf.“
„Blödkopf?“ wiederholt O Shanan und dann muss er furchtbar lachen.
Ich setze mich ihm gegenüber.
„Weswegen sind Sie hier, Mr. Gegenfeuer?“ fragt Dergon O Shanan.
„Ich komme, um Sie aufzufordern, Ihre Fabriken zu schließen und Ihre Armeen zurückzuziehen. Unser Volk duldet Sie keinen Tag länger.“
„Ui, fein“, sagt O Shanan amüsiert, „und was will es machen, euer Volk?“
„Wir werden unsere Waffen heben.“
„Welche Waffen?“
Da hat er den Finger in den wundesten Punkt gelegt. Wir haben keine Waffen, das fieseste was sich in unserem Land findet, sind Philosophielexika.
„Das werden Sie dann schon sehen“, sage ich.
O Shanan gähnt.
„Sei etwas frecher, sonst ist diese Unterredung nicht einmal mehr amüsant.“
„Machen Sie nicht den Fehler, mich zu unterschätzen. Ich bin Lonesome Gegenfeuer“
„… mir liegt nicht viel an deinem kleinen Land, Zündholz. Vielleicht ziehe ich meine Armeen zurück, einfach aus Freude an der Sache. Hier, Lonesome, ist mein Angebot: Wir werden um dein Land und um deinen Kopf spielen. Gewinnst du, ziehe ich meine Armeen zurück und du kehrst Heim als Sieger und gefeiert von deinem lächerlichen Volk. Verlierst du, gehörst du mir.“
„Welches Spiel wollen wir spielen?“
„Mau-Mau“, sagt O Shanan mit teuflischem Grinsen.
Ausgerechnet. Jedes Mal habe ich bei Mau-Mau verloren, seit ich sechs Jahre alt bin.

„Gut“, sage ich, „dann spielen wir Mau-Mau“
O Shanan legt mir einen Vertrag vor, der die von ihm genannten Bedingungen enthält. Er sticht sich in den Finger und unterzeichnet mit Blut. Ich tue es ihm nach.
O Shanan schnippt mit den Fingern, Trithia bringt Karten, O Shanan teilt aus, und wir beginnen, Mau-Mau zu spielen.
Ich spiele um mein Leben und um die Freiheit meines Landes. Kann man leidenschaftlicher Mau-Mau spielen? Wahrscheinlich nicht.

Minuten vergehen.
Ich gewinne.
Ich habe mein Leben gewonnen. Ich habe mein Land befreit. Ich bin ein Held und ich bin am Leben!

„Augenblick“, sagt O Shanan mit teuflischen Grinsen, „du hast nicht Mau-Mau gesagt“
Ich bin der Traurigen traurigster Knecht.

Ich hebe zwei Strafkarten ab. O Shanan sagt Mau-Mau. O Shanan legt seine letzte Karte ab. Ich verliere.
Ich habe mein Leben verloren. Ich habe mein Land enttäuscht. Ich habe versagt.
„Well“, sage ich, „mein Leben gehört Ihnen, O Shanan“
Man muss schließlich mit Stil verlieren können.

O Shanan zerreißt lächelnd den Vertrag und wirft die Schnipsel in den Kamin. Die Flammen verzehren die Schnipsel des Vertrages, bis die Schnipsel nur mehr Asche sind.
„Behalte dein Leben, tollkühner Lonesome Gegenfeuer. Ich achte Mut und Größe auch bei einem unbedeutenden Gegner. Geh nach Hause und sag deinem Volk, dass ich meine gemeingefährlichen Chemikalien ab heute woanders produziere. Ich ziehe meine Fabriken und meine Armeen zurück.“
„…?“
„Die Überraschung in deinem Gesicht, kleiner Gegenfeuer, ist es mir wert“ sagt O Shanan und gibt mir einen Kuss auf die Nasenspitze.
Tja, niemand widersteht eben dem Charme und der Gewitztheit eines Lonesome Gegenfeuer.
So long, my friends.

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